Von:
Julia Helmke

e-geheimnis.de

„Kannst Du ein Geheimnis behalten?“ Wer so fragt, braucht Vertrauen, vertraut einem anderen Menschen an, was nahe geht. Manchmal ist das ein Test, ein Kinderspiel: Sagst Du mir etwas, sag ich Dir etwas! Manchmal zeugt es von der Last, die ein Mensch alleine nicht tragen kann und die zugleich zu unheimlich ist, um öffentlich zu werden. Ein ‚Geheimnis’ lässt sich nicht definieren, und doch berührt es einen bis ins Innerste, es geht letztendlich um Tod und Leben. Ein Geheimnis ist etwas Spannendes!

Wie ist das mit dem biblischen „Geheimnis des Glaubens“, mit „Gott als Geheimnis der Welt“? Sollen wir hier Geheimnisträger sein, oder ist es die (un-)lösbare Lebensaufgabe, das Rätsel Gott zu lösen?

Das Geheimnis besitzt Tiefe, das Rätsel ist nur interessant, so lange es nicht gelöst ist. Je mehr wir von einem Geheimnis verstehen, desto größer wird es. Es lädt uns ein, zu erkennen, mit allen Sinnen wahrzunehmen, und dennoch gibt es kein Ende.

Eines der größten menschlichen Geheimnisse ist die Liebe. Diese bleibt ein Geheimnis wie auch der Mensch. Der keinen Wert, sondern Würde hat. Wenn sich sein Wert beweisen ließe, wäre sein Geheimnis vertrieben. Die Liebe bleibt ein großes Geheimnis, das tiefste Geheimnis aber bleibt Gott selbst. So gilt es nicht, das Geheimnis zu lüften, sondern in ihm, aus ihm und mit ihm (oder ihr) zu leben.